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Vom Täuschen und Enttäuschen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von rainerbachmann, 9. Oktober 2016.

  1. rainerbachmann

    rainerbachmann neuer induuxer

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    In meinen Gesprächen stelle ich oft fest, dass unterschiedliche Auffassungen, verschiedene Grundgedanken, andere Erfahrungswelten dazu führen, dass sich Menschen, die miteinander im Dialog stehen, doch nicht verstehen.

    In meinem Blogbeitrag (siehe bei Interesse Profillink zum Blog "wenn-nicht-kommunizieren-nicht-geht") gehe ich näher auf das Thema miteinander kommunizieren ein.

    Das Thema Kommunikation führt häufig zu Missverständnissen. Und dann ist es zur Enttäuschung nicht mehr weit.

    Aber was ist überhaupt eine Enttäuschung.

    Vor der Ent-Täuschung muss also dem Wort nach erst einmal eine Täuschung vorliegen.
    Wenn diese Einsicht vorhanden ist, dann lässt sich die Ent-Täuschung leichter ertragen, denn dann muss man sich selbst eingestehen, dass man falsch lag.

    Wie kam es zur Enttäuschung?

    Waren es innere Glaubenssätze, eigene Überzeugungen, Erfahrungen die man mit eigenem Vokabular, eigener Geschichte, eigenem Verständnis der Dinge zusammen zu einem Dickicht von zäh verdaubaren Botschaften verwurschtelte, die dem Anderen nun doch eher fremd oder unangenehm waren?

    Waren es die Umstände, äußere Gegebenheiten, die eine Verständigung auf gleicher Ebene negativ beeinflussten?

    Waren es fremde Einflüsse, die wir nicht erkannt haben, definierte Regeln, von denen wir keine Kenntnis hatten, Rituale, übliche Gepflogenheiten, besondere Abhängigkeiten, die wir falsch eingeschätzt hatten?

    Oder war es schlichtweg das erhoffte, aber dennoch fehlende Interesse auf der anderen Seite?

    Im Verkauf kann man resümieren, dass oft der Kittelbrennfaktor nicht erkannt wurde, der Leidensdruck nicht groß genug war oder die vorliegende Anfrage mal nur präventiv gestellt wurde und somit kein aktueller echter Handlungsbedarf bestand - dann ist oft ein Verkaufsgespräch klassicher Art vergebene Liebesmüh...

    Einsichten

    Es gibt immer Gründe, wenn sich zwei Gesprächsteilnehmer nicht verstehen.

    Es gibt immer Gründe für Enttäuschungen. So traurig dies ist, so wichtig ist es, zu erkennen, dass es Gründe dafür gibt.

    Gründe, die wir nicht immer erkennen können.

    Wenn jedoch Signale während eines Dialogs vom Gegenüber kommen, die wir mit der entsprechenden Aufmerksamkeit wahrnehmen könn(t)en, oder es kommt schon gar kein (richtiger) Dialog zustande, so sollte man überlegen, ob die eigene Einstellung zum Gespräch und zum Gesprächspartner überhaupt stimmt.

    Vielleicht fehlt es hier noch an der entsprechenden Basisarbeit um die Grundlage für den angedachten Dialog zu schaffen...

    Diese Erkenntnis kann eine spätere Enttäuschung vermeiden helfen.

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    Vom Umgang mit Enttäuschungen

    Und wenn wir doch mal in die Falle gelaufen sind und enttäuscht wurden, so hoffe und wünsche ich Ihnen, dass Sie es mit Humor nehmen und Haltung bewahren können und der Außenwelt oder gar meinem Gesprächspartner nicht auch noch unter Zuhilfenahme der beleidigten Leberwurst dokumentieren, dass Sie verletzt wurden und die Lage falsch eingeschätzt haben... denn das könnte dann vermutlich für alle Beteiligten zu einer nachhaltigen Enttäuschung werden...
     
  2. VeikkoWünsche

    VeikkoWünsche induuxer Mitarbeiter

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    Interessant! ... Für mich ist es eine Frage der Verantwortung, die ich selbst für meine Kommunikation bzw. mein Kommunikationsziel übernehme. Diese kann ich nicht abgeben. Enttäuschung entsteht doch nur, wenn sich meine eigene Erwartung nicht erfüllt - die ich vor dem Gespräch hegte bzw. während eines Austausches formte. Rational betrachtet, kann es also keine Enttäuschung geben. Und eben doch, da wir glücklicherweise emotionale Wesen sind.

    Auch sehe ich (im gleichen Zuge zur Vermeidung einer Enttäuschung) die Verantwortung beim Ziel-Inhaber (z.B. des Verkäufers), das Gespräch entsprechend zu führen: Entlang der wirklichen Problemwelten des Kunden, erhellend und erleichternd mit meinen Lösungen. Und sollte es keine - bzw. für mein Angebot - keine passenden "Probleme" geben bzw. erkennen kann - ist das ja auch ein Ergebnis, dessen frühzeitige Feststellung mehr Zeit für Anderes lässt.
    Trinken wir ein Glas Wein und philosophieren über die Welt, die durch Kommunikation gemacht wird.

    Probleme kann ich nur er-kennen und ernsthaft verstehen, wenn ich deren Welt wirklich kenne. Nur dann werde ich in der heutigen Welt - hier und da nicht mehr ganz so trivial - einsetzbare Lösungen anbieten können. D.h. für viele Verkäufer: Raus aus der Komfortzone, rein in die Welt des Käufers - oder noch besser: Des Business-Partners.

    Seit einer KI-Vorlesung, begleitet mich hilfreich der Unterschied zwischen Wissen und Glaube: Wissen ist bestätigter Glaube. Der Glaube ist mithin nicht die stabilste Basis für Erwartungen.
     
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  3. rainerbachmann

    rainerbachmann neuer induuxer

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    Ja, zwischen Wissen und Glaube gibt es mitunter bedeutende Unterschiede.

    Wenn man sich dessen bewußt ist, so lässt sich das auch erkennen. Heute habe ich manchmal jedoch den Eindruck, dass uns genau das nicht immer möglich ist.
    Einmal ein anderes Wort für Glaube genutzt macht deutlicher, was ich meine: Überzeugung.

    Bin ich von etwas überzeugt, so halte ich es durchaus auch schon mal für Wissen.

    Das kann dann wiederum ein fataler Irrtum sein, wenn die Faktenlage eben doch anders aussieht...
     

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